War Storm
von Victoria Aveyard

Der Abschluss der „Farben des Blutes“-Saga in einem gewaltigen Band.

Die finalen Schlachten nehmen in der Erzählung einen großen Raum ein und um die Kämpfe herum finden politische und persönliche Entwicklungen ihren Platz. Cal wird die Krone wieder angeboten und er entscheidet sich für sein Geburtsrecht – ein vorprogrammierter Konflikt der ihn und Mare auseinandertreibt. Es gibt verschiedene Schlachten mit den Maven und den Lakelandern, die sehr dramatisch beschrieben sind. Auch hier aus verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Protagonisten.

Thematisch gewinnt in diesem Band der gesellschaftskritische Aspekt an Gewicht, es wird die Republik Montfort eingeführt, die in der Erzählung auch besucht wird. Der liberalere Gegensatz zu Norta, mit seinen Freiheiten und Möglichkeiten wird besonders durch Evangeline Sicht verdeutlicht. Sie ist die heimliche Hauptfigur des Bandes, da sie durch ihre Zerrissenheit zwischen ihrer Vergangenheit, ihrer Familie, ihrer Erziehung und ihrem Stand und ihren Gefühlen, ihren Wünschen und Bedürfnissen und den Chancen die sie sich für sich wünscht die Erzählung emotional trägt und durch notwendige Entscheidungen (die sie trifft oder auch nicht) auch vorantreibt bzw. zu der Richtung beiträgt, in die sich die Geschehnisse entwickeln.

Das Cover fügt sich sehr schön in die Red Queen-Reihe ein. Die Kronen werden immer größer, immer gewaltiger und hierbei auch aggressiver anmutend. Hier hätten aber vielleicht auch angedeutete Blitze recht gut gepasst. Die Qualität des englischen Paperbacks ist deutlich schlechter als bei deutschen Taschenbüchern. Der Vorteil dabei ist aber, dass sich das Buch beim Lesen entwickelt. Der Grundton ist silber und wenn das Buch beim Lesen knickt und sich abgreift, schimmert das silber unter dem schwarzen, matten Farbton heraus. Man arbeitet sozusagen das Buch ab, zerstört es etwas und man kann dann am Buch den Kampf der Figuren ablesen, den man als Leser begleitet.

Fazit: Dafür wie viele Seiten und Worte Aveyard für ihren Epos verwendet hat, ist das Ende plump und wenig kreativ. Das ganze Drama soll einfach zu Ende sein, wenn Maven stirbt? Und dafür, dass das das große Finale ist unterschlägt Aveyard das Geschehen, indem sie Mare ohnmächtig werden lässt. Schwach… Das Ende hat mir tatsächlich die Saga vermiest und ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich die Novellas jetzt noch lesen möchte. Ich kann leider keine Leseempfehlung aussprechen.


672 Seiten, erschienen bei HarperTeen unter ISBN-13 978-0062842718 8,99€

deutscher Titel: Wütender Sturm Übersetzung: Birgit Schmitz