Tod am Semmering
von Beate Maly

Eine robuste und etwas neugierige ältere Dame wird mit Begleitung auf einem Hotel eingeschneit, niemand kommt rein oder raus und es passiert ein Todesfall – nein! Ein Mord!

Die Erzählung beginnt mit einer kurzen Passage in Italien, in der zwei kleine Jungs, Brüder spielend über eine Wiese laufen. Einer der Jungen erkennt etwas im Gras liegen, erforscht es und … Die Gasgranate explodiert. Sein Bruder der ihm zu Hilfe eilen will erstickt elendig. Direkt danach springt die Handlung ins Jahr 1922.
Durch einen glücklichen Zufall erhält Fräulein Ernestine die Chance zu einem Tanzkurs ins Hotel am Semmering zu fahren. Und da sie eine alleinstehende Dame ist, fragt sie kurzerhand den Apotheker Anton Böck, der zugleich ihr Vermieter ist. Noch bei der Ankunft am Grandhotel Panhans beginnt ein Schneesturm sodass sie im Hotel eingeschneit sind. Während des ersten Abends kommt es zu einem Mord und die Gäste des Tanzkurses versuchen ihn aufzuklären. Während dieses Detektivspiels kommt es zu zwei weiteren Todesfällen und die Hinweise werden immer verwirrender.

Ernestine ist eine robuste, aufgeweckte und neugierige ältere Dame, was gut durch die Erzählweise wiedergegeben ist. Dem gegenüber steht die Trägheit und Gutmütigkeit ihres Begleiters Anton, der wie ein Gegenspieler für ihre Neugier ist. Die gegensätzlichen Persönlichkeiten sind wirklich schön ausgearbeitet. Hier ist anzumerken, dass es einige Sätze und Worte im Dialekt gibt, die einem die Figuren noch näher bringen. Von dieser Mundart hätte ich mir noch deutlich mehr gewünscht.

Auch sind die Beschreibungen des Hotels mit seinem opulenten Interieur so plastisch, dass man das Gefühl hat es greifen zu können.
Hier möchte ich noch kurz erwähnen, dass es das Grandhotel Panhans am Semmering tatsächlich seit 1888 gab und dass es auch immer noch existiert. Das Hotel rühmt sich damit, das letzte am Semmering zu sein, das seit der Fin-de-Siècle Zeit Bestand hat. Auch sollen allerhand berühmte Persönlichkeiten dort zu Gast gewesen sein.

Fazit: Ein wirklich schöner Krimi, über den ich mich direkt gefreut habe. Toll ist, dass er das klassische Agathe Christie-Szenario aufgreift und dieser Linie auch bis zum Schluss treu bleibt. Ich kann es allen Krimi-Klassik-Fans nur ans Herz legen und spreche eine klare Leseempfehlung aus!


272 Seiten, erschienen bei emons Verlag unter ISBN-13 978-3954519958   11,90€